
Vorne steht der Lehrer und gibt ein Thema vor, auf der anderen Seite sitzen die Schüler und tun, was der Lehrer sagt. Oder auch nicht. - Traditionell und frontal hat sich diese Unterrichtsform durchaus auch in mancher Hinsicht bewährt; sie ist jedoch nicht ausreichend für die Leistungen, die Schüler in ihren Abschlussprüfungen und vor allem auch in ihrem Leben nach der Schule erbringen müssen. Offene Unterrichtsformen haben an Gewicht gewonnen. Dazu gehört der "Projektunterricht".
Handlungsorientierung, wobei körperliche und geistige Arbeit gefragt sind und möglichst alle Sinne angesprochen werden sollen, Selbstorganisation, Selbstverantwortung und Teamwort mit einem Bezug zur Lebenswirklichkeit der Schüler, fächerübergreifende Themen sind einige der markantenb Kennzeichen des Projektunterrichts. Das klingt theoretisch und tiefschürfend - macht aber (fast immer) Spaß!
Tatsächlich befassen sich die Schüler über eine Woche in Kleingruppen mit einzelnen, von ihnen selbst mitbestimmten Themen und betrachten diese auf vielfältige Weise. Experimente, Messungen, Recherchen bis hin zu sportlichen Aktivitäten und Selbsterfahrung bestimmen die Projektwochen. Die Schüler fassen ihre so gewonnenen Erkenntnisse in Referaten und Projektordnern zusammen und präsentieren sie zu guter Letzt vor anderen Schülern und Lehrern - natürlich mit visueller Unterstützung.
Drei Projektwochen pro Schuljahr stehen auf dem
Terminplan der Schülerinnen und Schüler der Neurottschule Ketsch.
Teilnehmer sind sowohl Grundschul- als auch Hauptschulklassen. Für
die Schülerinnen und Schüler sind diese Tage eine willkommene
Abwechslung zum normalen Unterricht. Und dabei lernen sie viel und
selbständig. Am Schluss einer Projektwoche stehen Präsentationen
vor mehreren Klassen und Lehrern. Projekte werden teilweise, jedoch nicht zwingend benotet.
Eine Projektprüfung ist auch ein Teil der Abschlussprüfung. Nähere Infos → [KLICK]
Ebenfalls neu und eine Voraussetzung für die Hauptschulabschlussprüfung ist das "Literarische Projekt". Laut Vorgaben des Kultusministeriums muss es in Klasse 8 oder 9 durchgeführt werden und wird wie eine Klassenarbeit bewertet. Was verbirgt sich dahinter?
Jeder Schüler muss ein Buch lesen. Es darf kein Sachbuch sein, auch keine Kurzgeschichtensammlung, sondern es muss sich um ein "literarisches" Werk handeln. Jeder Schüler fertigt eigenständig einen Projektordner mit Infos zu dem Buch, das er gelesen hat. Dazu gehören beispielsweise eine Zusammenfassung des Inhalts, die Darstellung der Hauptpersonen, Informationen zum Autor, die Wiedergabe der Kernaussage und schließlich eine persönliche Stellungnahme. In einem 15minütigen Gespräch wird dann der Schüler geprüft.
Termin des nächsten Literarischen Projekts ist Anfang Februar.