März 2011: Neurottschüler besuchen Hair

"Hair" in Speyer

Poster zum Musical Hair

Abbildung oben → Originalposter des Musicals "Hair"

Hair in Speyer
Abbildung oben → Hair-Aufführung in Speyer

Back to the Sixties?
Neurottschüler besuchen Musical "Hair"


"Let the Sunshine in" und "Aquarius" – die Älteren unter uns erinnern sich sicher gerne noch an die wilden Sixties der Blumenkinder und Anti-Vietnamkriegsdemonstrationen. Ein musikalischer Höhepunkt dieser Zeit war "Hair", das 1968 in New York uraufgeführt wurde.

Mehr als 40 Jahre später: Schülerinnen und Schüler des Hans-Purrmann-Gymnasiums und des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums in Speyer nahmen das Thema wieder auf uns spielten im März 2011 das Musical "Hair" im Alten Stadtsaal in Speyer. Etwa 20 Schülerinnen und Schüler der Neurottschule nahmen die Gelegenheit wahr, sich das Musical anzusehen. Die Aufführung gefiel unseren Schülern sehr gut. Besonders begeistert waren sie von den stimmlichen und tänzerischen Qualitäten der Gymnasiasten. Den Bus für die Hin-und Rückfahrt hat der Förderverein der Neurottschule bezahlt (DANKE!!), so dass die Schüler nur 5 € für den Eintritt zahlen mussten.

Hairbesuch


"Hair" stand ursprünglich für Protest!

Als das Rock-Musical "Hair" ("Haare") 1967/68 auf die Bühne kam, führten die USA Krieg in Vietnam. Der Vietnamkrieg war der längste und blutigste Konflikt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dieser Konflikt ging in die Geschichte ein als das Duell zwischen dem Kommunismus im Osten und der westlichen Welt. Der Krieg dauerte fast 20 Jahre an und forderte unzählige Menschenleben auf beiden Seiten: Vom Kriegsbeginn 1946 bis zum Kriegsende am 1. September 1972 starben 58.226 amerikanische, 500 australische und 38 Neuseeländische Soldaten. Von der gegnerischen Seite, den Vietcong, fanden ca. 1,5 Mio. Soldaten den Tod. Ebenso starben 4 Mio. vietnamesische Zivilisten.

Der Protest der Pazifisten gegen Krieg im Allgemeinen und diesen Krieg im Besonderen wurde in den USA und in Westeuropa von einer Studentenbewegung aufgenommen, die sich gegen die "herrschenden Verhältnisse" richtete.

In den USA fielen die Studentenunruhen mit der gegen die Rassendiskriminierung gerichteten Bürgerrechtsbewegung zusammen. Zu dieser Zeit hatten vor allem die Afroamerikaner kaum Bürgerrechte, konnten beispielsweise nicht wählen und mitbestimmen, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt waren gering, vor allem aber durften sie nicht alle öffentlichen Einrichtungen (Gasthäuser, Theater, Kinos, Schwimmbäder, Verkehrsmittel) benutzen. Erst die Bürgerrechtsbewegung, deren wichtigster Vorkämpfer der Pfarrer Dr. Martin Luther King war, konnte diese Rechte Ende der 1960er Jahre allmählich durchsetzen.

Das Musical "Hair" hatte also den Protest gegen den Vietnamkrieg zum Thema; es spielten aber auch immer schwarze Sänger und Musiker mit, was den Protest gegen die Rassendiskriminierung beinhaltete. "Love and Peace" war der Slogan der Hippies, ein Wille zum friedlichen Zusammenleben. Die langen Haare und Bärte galten als Zeichen dieser Weltanschauung. Ihre Eltern fanden das gar nicht witzig! --- Diese Hippies sind heute manche eure Omas, Opas und manche eurer älteren Lehrerinnen und Lehrer :-)



 Musical Hair Speyer Poster