Bilder aus dem Schulalltag


Pressespiegel

Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrer Ausgabe am Mittwoch, den 3. Februar 2016

Neurottschule: Schüler, Lehrer und Bürgermeister feiern die Ernennung zur Gemeinschaftsschule / Start des Konzeptes im September

Pressefoto vom Schulhof mit Kindern mit Luftballons
350 in den Himmel aufsteigende Luftballons kündeten weithin sichtbar von der Ernennung der Neurottschule zur Gemeinschaftsschule.     © strauch

„Wir sind ganz stolz darauf“

Von unserem Redaktionsmitglied Ralf Strauch

Ketsch. "... Ge-mein-schafts-schule", vollenden etwa 350 Kinder und Jugendliche rhythmisch Silbe für Silbe den Satz von Rektor Joachim Rumold. Zu Beginn und am Ende seiner Rede beim kleinen Festakt gestern Mittag begann er jeweils diesen Satz mit den Worten: "Die Neutrottschule wird ..." Es ist seit Anfang der Woche offiziell. Wie von uns bereits zuvor gemeldet, wurde die Bildungsstätte am Montag zusammen mit 27 anderen Schulen in den erlauchten Kreis der inzwischen landesweit 271 öffentlichen Gemeinschaftsschulen aufgenommen. Ab September werden die ersten Fünftklässler in den Genuss des neuen Bildungskonzeptes kommen.

Vor dem Haupteingang hatten sich gestern alle am Schulalltag beteiligten Menschen der Neurottgrund- und -werkrealschule zusammengefunden. In den Händen hielten sie rote Luftballons mit dem Emblem der Schule. Ihnen erklärte Rumold, was es mit dem neuen Titel auf sich habe. "Wo ist da die Neuerung, wir waren und sind doch schon immer eine super Gemeinschaft?", begann er, alle würden sich kennen und grüßen, würden viel gemeinschaftlich unternehmen.

Im eigenen Lerntempo

Mit dem neuen Namen werde nun aber eine ganz besondere Bildungsstätte im Herzen von Ketsch entstehen, eine, in der die Kinder und Jugendlichen individuell in ihrem ganz eigenen Tempo und mit- beziehungsweise voneinander lernen könnten. "Jetzt kann jeder noch stärker zeigen, was er drauf hat!"

Er erklärte den Schülern, dass bereits die nächsten Fünftklässler vom neuen Konzept profitierten, sie könnten sowohl den Haupt- als auch den Realschulabschluss an der Neurottschule machen, sich aber auch in eine gymnasiale Richtung entwickeln, die es ihnen ermögliche, nach der zehnten Klasse problemlos auf ein allgemeines Gymnasium zu wechseln. "Ihr Grundschüler könnt also bis zur zehnten Klasse hier an der Gemeinschaftsschule lernen, egal welchen Abschluss ihr machen wollt", rief er den Jüngsten zu, "wir sind ganz stolz darauf, dass wir diese Chance nun bieten können".

Gute Zusammenarbeit gelobt

Darauf hätten alle Schüler und Lehrer gut hingearbeitet, beispielsweise mit den Lernbüros, den individuellen Lernzielformulierungen und der Kulturbühne. "Das fand der Minister so toll, dass wir nun diese Chance bekommen haben", erklärte der Rektor. Doch auch die gute Ausstattung der Schule, die beim Besuch einer Kommission gelobt worden sei, hätte den Schritt in die neue Zukunft ermöglicht - dafür dankte Rumold Bürgermeister Jürgen Kappenstein und dem Gemeinderat.

"Es ist klasse, dass es an der Schule so gut funktioniert und einfach alle eine tolle Arbeit machen", gab Kappenstein den Dank zurück und gratulierte zur Ernennung. Nun werde die Gemeinde in der Schule mit dem weiteren Umbau beginnen, damit bis September beispielsweise alle notwendigen Lernbüros eingerichtet seien, verkündete der Bürgermeister. Schon wenige Stunden später ging er am Nachmittag zusammen mit einem Architekten und Rektor Rumold durchs Schulhaus, um die nächsten Schritte exakt zu planen.

"Jetzt geht es richtig los"

"Wir haben in den vergangenen Jahren schon einiges gemacht, aber es gibt auch noch einiges zu tun", sagte Kappenstein im Gespräch mit unserer Zeitung. Nun, nachdem die Ernennung zur Gemeinschaftsschule offiziell sei, wolle die Gemeinde als Schulträger richtig aktiv werden.

Dazu gehöre auch das Thema der Mittagsverpflegung. Doch eine Mensa müsse nicht direkt gebautwerden, fügte er gleich hinzu, "das ist der Vorteil, dass die Veränderung sukzessive Jahr für Jahr voranschreitet - da können Antworten fließend gefunden werden und sich gute Lösungen einspielen", sagte er.

Vier bis fünf Millionen Euro

Auf die Kosten für die neue Schulart angesprochen, überschlägt Kappenstein kurz: "Grob gerechnet über die Jahre wohl vier bis fünf Millionen Euro!" Allgemeine Ausgaben für den Brandschutz könne man dem neuen Konzept ja nicht zuschlagen. "Aber diese Investition in die Zukunft unserer Kinder sind es wert", urteilt er.

"Gute Bildung kostet halt Geld", bekräftigt auch Rektor Rumold. Doch bei der Visitation von Ministeriumsvertretern sei die schon jetzt gute Ausstattung gelobt worden, wiederholte er noch einmal stolz. Und dann erklärte er, dass die neue Gemeinschaftsschule nicht nur Ketscher und Brühler Schülern offenstehe, dass man aber dennoch bei der Zweizügigkeit, also zwei neuen Klassen pro Jahrgang, bleiben wolle. "Wir haben uns ganz bewusst für diese Größe entschieden, weil es dann einfach persönlicher zugeht, gleichwohl bedeutet das natürlich auch begrenzte Kapazitäten", so Rumold.

Doch mit Kappenstein ist er sich einig, dass mit dieser neuen Gemeinschaftsschule in der allgemeinen Schullandschaft die Eltern der Region gute Möglichkeiten hätten, wohnortnah die genau richtige Schule für ihre Kinder zu finden.

© Schwetzinger Zeitung, Mittwoch, 03.02.2016



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