

Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil
am 28. Januar 2006.
Training in "Coolness"
Pilotprojekt gestartet
Ketsch. Mit dem so genannten "Coolness-Training" (CT), einem gemeinsamen
Projekt der Polizeidirektion Heidelberg und des Polizeipräsidiums Mannheim,
sollen Jugendliche lernen, in konfliktträchtigen Alltagssituationen kompetenter
zu handeln. Im CT geht es um die Ursachen, Auslöser und Gelegenheiten
für aggressives und gewalttätiges Verhalten von Kindern und Jugendlichen.
Ziel ist hierbei die Verbesserung von Klassenklima und Klassenzusammenhalt,
denn offene oder verdeckte Konflikte, mangelnde Disziplin, Spannungen zwischen
Schülergruppen, Ausgrenzung und Mobbing erschweren das Lernen ebenso
wie das Unterrichten.
Mit Hilfe des Projekts sollen Schüler zu "Profis" beim Erkennen
von Gewalt und im Umgang damit ausgebildet werden. Zu den Trainingsmethoden
gehören unter anderem Übungen zur Verbesserung der Team- und Konkurrenzfähigkeit,
Rollenspiele, schriftliche und mündliche Befragungen, Verhalten in Konfliktsituationen
und Provokationstests.
Das Training erfolgt mit der siebten Klasse der Neurottschule. Die Gruppe
war im vergangenen Schuljahr in zwei getrennten Klassen unterrichtet und dann,
nach Rückgang der Schülerzahl auf 27, in eine Klasse zusammengeführt
worden.
Bundesweit erstmalig begleitet ein ausgebildeter Therapiehund der Kriminalprävention
des Polizeipräsidiums Mannheim das Projekt. Der Hund ist als "Mittler"
im Klassenzimmer anwesend: Er fordert wenig und akzeptiert das Wesen seines
Gegenübers. Im Kontakt mit den Menschen kann er Schwellenängste
abbauen, aber auch konkrete Grenzen setzen oder - bei falschem Umgang - sich
zurückziehen. In wissenschaftlichen Untersuchungen zu den Wechselwirkungen
zwischen Menschen und Tieren wurden zahlreiche Effekte, beispielsweise Stärkung
des Selbstwertgefühls, Aggressions- und Stressabbau, Motivation sowie
Förderung sozialer Kompetenz, erforscht und belegt.
Das Coolness-Training, eine Kombination aus Sucht- und Gewaltprävention,
ist eine pädagogische Maßnahme auf Klassenebene und möchte
soziale Fertigkeiten vermitteln wie das Wahrnehmen und Ausdrücken von
Gefühlen, Selbstbehauptung und Einfühlungsvermögen. Das Besondere
dieses Projektes ist, dass Personen unterschiedlicher Institutionen - Schulsozialarbeiter,
Lehrer, Therapiehunde-Team und Polizeimitglieder - zusammenarbeiten, wodurch
ein vielschichtiges Know-how zum Einsatz kommt. Mit "an Bord" sind,
neben Schulleiterin Angelika Krieger und Schulsozialarbeiterin Marion Sandritter,
die Polizeidirektion Heidelberg, das Polizeirevier Schwetzingen, das Polizeipräsidium
Mannheim, das Landratsamt und die Psychologische Beratungsstelle Schwetzingen.
sas
© Schwetzinger Zeitung - 28. Januar 2006