

Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil
am 11. März 2006.
Wenn Tarzan mit Schwung durch Feuerreifen springt
...
Turngala in der Neurottschule: Koordination und Geschicklichkeit gefragt
/ Spaß an der Bewegung / "Zeigen, was man kann"
Von unserer Mitarbeiterin Anke Koob
Ketsch. Mit einem leisen Ächzen hangelt sich das Mädchen aus der
dritten Klasse der Neurottschule an den Holmen des Stufenbarrens entlang.
Früher überquerten auf diese Weise Menschen ganze Bachläufe.
Heute ist das anders, deshalb ist sie ganz froh, dass sie dann doch lieber
den Sprung durch den "Feuerreifen" wagen darf. Eine Rolle vorwärts
durch den Holzreifen und sie strahlt ihre Lehrerin stolz an: Geschafft! Gemeinsam
mit ihren Klassenkameradinnen und -kameraden der ersten bis vierten Klassen
an der Grundschule steht sie inmitten der "Turngala 2006".
Zahllose Kegel, Matten, Kletterseile, Sprungböcke und Schwebebalken haben
sich zu einem Feld der Herausforderungen formiert, alles in feinster und bester
Vorarbeit präpariert durch die Fachlehrer Helga Rinklef und Rüdiger
Müller. Gemeinsam mit Schülerinnen der höheren Klassen unterstützen
sie die rund 250 Kinder, welche mit Eifer an den Stricken ziehen, sich in
menschliche "Schubkarren" verwandeln und voller Feuereifer Bälle
im Slalom balancieren.
"Viele dieser Bewegungsabläufe sind ungewohnt", erklärt
Helga Rinklef. Insbesondere, seitdem viele der Kinder nicht mehr auf Bäume
klettern, auf Stämmen balancieren, sich in der Natur bewegen und so ihren
Köper einzusetzen verstehen. Bewegungsarmut zu bekämpfen kann daher
auch mit der Entdeckung der Koordination und Geschicklichkeit einhergehen,
muss nicht immer reine Konditionssache und Flinkheit bedeuten. Stützen,
hängen, schwingen, springen, balancieren und überschlagen gehören
beim Turnen mit zum elementaren "Grundwortschatz" und bieten - so
die Organisatoren - viele neue und interessante Bewegungsmöglichkeiten
für jedes Kind.
Geräteturnen muss hierbei nicht zum Gähnen sein, wie die von der
Ertüchtigung rot gefärbten Wangen der Kinder zeigen. In einem Wettkampf
der dritten und vierten Klassen liefern sie sich kleine Duelle beim Turnen
am Reck, auf dem Boden, am Balanciergerät und beim Springen. Zusätzlich
gibt es für jede Klassenstufe eine gemeinsame Übung. Hier stehen
das Beobachten des Anderen und die Entwicklung gemeinsamer Übungen im
Vordergrund.
Soziale Kompetenz beim Bodenturnen? Sicher, denn es gilt auch einmal den Nachbarn
zu trösten, den Schwächeren zu unterstützen und gemeinsam das
Erreichte zu würdigen. Zeigen, was man kann, und nicht stets aufs Neue
gezeigt bekommen, was man nicht kann - dieses Konzept geht in der Neurotthalle
voll auf.
Einen ganzen Vormittag lang amüsieren sich die Kinder der Grundschulklassen
aufs Beste, toben ohne Grundmauern einzureißen und lernen ihren Bewegungsdrang
mit Erfolgen zu krönen. Dass sie dabei auch noch spannende Spiele entdecken
können, gibt zusätzlichen Reiz. Denn wo "Tarzan" an Schaukelringen
und Klettertauen schaukelt, Fliesenteppiche zum "Surfen" einladen,
der "Hampelmann" zum Springen einlädt und der "Feuerreifen"
nicht nur für wilde Tiger reserviert ist, kann der Spaß am Spielen
im Freien oder auch am Turnen nicht mehr weit sein.
Und zum Abschluss gibt es für jedes Kind eine Urkunde für die engagierte
Teilnahme an den Bundesjugendspielen "Geräteturnen."
© Schwetzinger Zeitung - 13.04.2006
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