Im Spiegel der Presse


Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil am 30. April 2007.

Die Fußball-AG der Neurottschule trägt mittlerweile erste Früchte

Talentsichtung: Neunte Auflage des "Schulfußballturniers für Grundschulen" erweist sich einmal mehr als ein großer Erfolg

Von unserem Mitarbeiter Kay Müller

Ketsch. Ohrenbetäubender Lärm erfüllte die Neurotthalle am Freitagmittag. Die kleine Tribüne hätte bei keinem Heimspiel der TSG-Handballerinnen besser gefüllt sein können und unzählige Jugendliche feuerten ihre Schulkameraden frenetisch an. Es war die letzte Begegnung beim "Schulfußballturnier für Grundschulen" und die Partie lautete: Neurottschule gegen Alte Schule.

Kein Wunder also, dass die Stimmung einem echten Endspiel glich, dabei stand genau genommen die Neurottschule bereits als Sieger des Turniers fest. Die Schützlinge von Lehrer Reiner Wittenauer, der auch diesmal Hauptorganisator der Veranstaltung war, präsentierten sich an diesem Morgen extrem spielstark und ausgeglichen.

Es war die neunte Auflage des Schulfußballturniers, das einmal mehr in Kooperation mit dem badischen Fußballverband Mannheim durchgeführt wurde, und es scheint von Jahr zu Jahr beliebter zu werden. Fünf Grundschulen waren in die Neurotthalle eingeladen worden. Die "Kollegen" von der Alten Schule in Ketsch, die Jahn-Schule aus Brühl, die zum ersten Mal dabei war, die Nordstadtschule Schwetzingen, die Plankstadter Humboldtschule und "last but not least" die Gerhard-Hauptmann-Schule aus Rheinau. Deren Pädagoge Timo Haas war zum Ende des Turniers am Spielfeldrand ganz augenscheinlich ins Gespräch vertieft mit Rektor Manfred Hausen. Jedoch ging es keinesfalls etwa um neue pädagogische Ansätze, sondern in diesem Moment nur um das fußballerische Können der Heranwachsenden. "Rein um den sportlichen Erfolg", wie Haas mit einem sympathischen Augenzwinkern anmerkte. Im Ernst, mit dem, was seine Schüler - und wohlgemerkt: auch Schülerinnen - bislang gezeigt hatten, war er durchaus zufrieden. "Eins gewonnen, eins verloren, eins unentschieden, das passt doch", machte der Pädagoge und ehemalige Leistungsträger beim KSC klar, dass für ihn vor allem der olympische Gedanke zähle. "Das ist einfach jedesmal ein Riesenerlebnis für die Jungs", so Timo Haas und so war auch dem Organoisatoren Reiner Wittenauer die Freude über den gelungenen Vormittag deutlich anzumerken. "Schön", betonte Wittenauer, "dass die Spiele allesamt überaus fair über die Bühne gegangen sind, das liegt uns immer ganz besonders am Herzen", und dass seine Spieler diesmal so stark auftraten, verwunderte keinen der Teilnehmer.

Da zeige sich ganz deutlich, dass die seit einigen Jahren bestehende und zum Profil der Neurottschule zählende Fußball-AG Früchte trage. Zudem sei die Begeisterung der Heranwachsenden nach der Fußball-WM unübersehbar. Nicht zu übersehen war auch, dass die Begeisterung für das Turnier auf die gesamte Schule übergesprungen war.

Einige Hauptschüler engagierten sich gerne innerhalb der Turnierkoordination oder leiteten die Begegnungen souverän als Schiedsrichter, viele große Transparente zur visuellen Unterstützung der Klassenkameraden waren angefertigt worden und kurz vor Turnierende hatten die jungen Damen aus der Vierten ihren großen Auftritt und erfreuten die Zuschauer mit einem tollen Jazz-Dance. Der war mehrere Wochen lang einstudiert worden von den beiden Sechstklässlerinnen Francis Brown und Rebecca Roos. Francis tanzt schon lange bei einer Cheer-Leader-Formation in Hockenheim und so hatten die beiden "Jung-Trainerinnen" kein Problem, ihren Schützlingen eine gelungene Choreographie beizubringen. Die Wahrscheinlichkeit sei groß, so war zu hören, dass auch im nächsten Jahr eine neue Darbietung zum Gelingen des Turniers beitragen werde.

Wie bei den Jugendlichen von der Rheinau, lautete auch bei der Jahnschule das Motto: "Dabei sein ist alles." Die Anfragen bei seinen Schülern seien Klassen übergreifend sehr hoch gewesen, deshalb seien nicht nur Viertklässler am Start, "und darum war uns von Anfang an klar, dass wir wohl nicht würden mithalten können", sagte Rektor Michael Körber. Mithalten zu können, das erhoffte sich auch "Alte-Schule-Rektor" Manfred Hausen vor der letzten Begegnung. Zu überlegen hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt die Neurottschule präsentiert. Doch Hausen sollte seine Ankündigung einige Minuten später nur allzu gerne revidieren müssen. Wie nicht anders zu erwarten, nahmen die "Hausherren" das Heft in die Hand und Chancen gab es meist nur für sie. Drei Minuten vor Schluss hätte alles entschieden werden müssen.

Ein wunderbarer Spielzug hebelte Abwehr und Torhüter aus, doch vor dem leeren Tor wurde der Ball verstolpert. Kurze Zeit später erfolgte ein knackiger Schuss gegen das Lattenkreuz und spätestens zu diesem Zeitpunkt schossen vermutlich allen Fußballkennnern die vielzitierten Gedanken durch den Kopf: "Das wird sich sicherlich rächen." - Genau. Tat es. Es kam, wie es kommen musste.

Eine Minute vor Schluss mussten die Turniersieger von der Neurottschule den einzigen Treffer und damit die einzige Niederlage hinnehmen. "Im Fußball ist eben alles möglich", schmunzelten kurz vor der Siegerehrung Moderater Rüdiger Müller und der Schulfußballbeauftragte vom Kreis Mannheim Joachim Leuthner, über das gerade Gesehene. Was der guten Stimmung bei den Siegern und allen Teilnehmern jedoch keinen Abbruch tat. Medaillen und Präsente gab es für alle, Pokale für die drei Erstplatzierten und bei allen Schulen die Vorfreude und Zuversicht auf ein gleichermaßen gelungenes Turnier im kommenden Jahr.

© Schwetzinger Zeitung - 30.04.2007 / Von unserem Mitarbeiter Kay Müller



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