

Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil
am 16. Juli 2007.
Freundliche "Monster" lauern in den Schulfluren
Außergewöhnliches Kunstprojekt an der Neurottschule: Begegnungs- und Erlebnisstätte
Von unserem Redaktionsmitglied Anke Koob
Ketsch. Große Fahnen umwogten die durch die Flure der Schule wandelnden Menschen: Blaue Hände, strahlende Sonnen und verwobene Farbsequenzen erhellten den Tücherreigen und ließen den Eintritt in die neue Kunstwelt an der Neurottschule verheißend beginnen. Mit dieser Form der Präsentation beschritten Schüler wie Lehrer der Ketscher Grund- und Hauptschule neue Wege, wie Gaby Brüggemann erläuterte, als sie am vergangenen Samstag die Gäste der Vernissage zur Ausstellung begrüßte. Bereits mit dieser Form der Nähe und Verschleierung hatten sie den Grundstein gelegt zum besseren Verständnis ihrer völlig neuen Form der Kunst.
Multimedial lautete das Stichwort. Die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen hatten sich nach dem Besuch einer Kunstausstellung im ZKM Karlsruhe entschlossen, ihr eigenes Wissen rund um Bits und Bites zu nutzen und dieses in das Kunstprojekt einfließen zu lassen. So entstand ein Haus im Haus, ein Zentrum der Medienkunst im Foyer des Schulgebäudes.
Hinter schwarzen Tüchern verbargen sich hier "Freundliche Monster", die PCs und Vorstellungen hüteten. Eine große Herausforderung, wie Dominic (Klasse 9b) betonte: "Wir haben lange daran gearbeitet, aber wir sind auch eine recht dynamische Klasse." So entstand eine persönliche Präsentation via Powerpoint sowie das Projekt "Freundliche Monster" - Gestalten, die keine Angst, sondern Neugierde entfachen sollen.
Ihre Präsentation hatten die Jugendlichen eingebettet in eine kreative Umsetzung der Kunstidee durch die Schülerinnen der Klasse 4a. Sie ertanzten sich gemeinsam mit dem Publikum die Welt, entführten durch die rhythmische Percussion von Atiya Djobo in einen bewegten Zustand des feinen Gespürs für jene Bewegung, die es braucht, Kunst zu erschaffen. So umtanzten sie die großen Pappmaché-Skulpturen, die in den vergangenen Wochen unter den Händen von Eltern und Schülern im Rahmen eines Wochenendprojektes entstanden waren.
Ein Augenblick, der insbesondere die Kunstpädagoginnen Gaby Brüggemann und Rita Weis überzeugte, die richtige Form der Wissensvermittlung gewählt zu haben. Gerade in den höheren Klassenstufen sei dies nicht immer einfach, erläuterte Rita Weis, denn hier könne man wöchentlich nur auf eine Stunde Bildende Kunst im Lehrplan zurückgreifen. Daher habe man sich entschieden, diese Stunden "anzusparen" und mit diesem Konto eine Kunstausstellung zu sponsern. "Wir konnten dadurch Projektarbeit und Teamfähigkeit vermitteln. Die Schule soll für den Schüler schließlich nicht nur der Ort reiner, kognitiver Wissensvermittlung sein, sondern auch als Begegnungs- und Erlebnisstätte begriffen werden", erläuterte Brüggemann. Die an den Objekten der Künstlerin Niki de Saint- Phalle orientierten "Nanas" können noch in den kommenden Wochen im Foyer des Schulgebäudes betrachtet werden. ak
© Schwetzinger Zeitung - 16.07.2007 / Von unserem
Redaktionsmitglied Anke Koob
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