

Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil
am 31. Dezember 2007.
Anpacken, mitmachen und gesellig feiern
Von unserem Redaktionsmitglied Sabine Janson
Ketsch. 31. Dezember: Das letzte Blatt im Kalender beginnt sich schon ganz sacht zu lösen und im Stundenglas verrinnt unerbittlich das Jahr 2007. Bevor die Sektgläser erhoben werden, um auf die Zukunft anzustoßen, möchten wir auf die vergangenen zwölf Monate zurückblicken.
Neben den "Eckpfeilern", die beständig für Glanzpunkte im Veranstaltungsreigen sorgen - vom Backfischfest über die Umweltwochen bis hin zum Straßenfest oder dem Fischerstechen - gab es auch spezifische Ereignisse, die die Enderlegemeinde im Jahr 2007 prägten. In einer subjektiven Rückschau möchten wir sie Revue passieren lassen.
Die Zahl 5 gilt als Zahl der Glückseligkeit. So gesehen war 2007 in vielerlei Hinsicht ein gelungenes Jahr, denn die Fünf spielte immer wieder eine Rolle. Das närrische 55. Vereinsjubiläum feierte die Karnevalsgesellschaft mit einer stimmungsvollen Prunksitzung Ende Januar, die für Präsident Jürgen Stang zusätzlich etwas Besonderes war: Vor genau 20 Jahren hatte er seine erste Prunksitzung geleitet.
Das TSG-Clubhaus wurde 50 Jahre alt. Aus diesem Anlass gab es im September eine kleine Feierstunde, in der Bürgermeister Jürgen Kappenstein zum Jubiläum gratulierte. Ebenfalls stolze 50 Jahre alt wurde das Ketscher Wappen am 29. September und die Grillhütte durfte am 27. März ihren 20. Geburtstag feiern: Jener Ort ungetrübter Geselligkeit ist aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken.
Auf sein 15-jähriges Bestehen konnte der Jugendtreff zurückblicken. Erinnerungen an die langjährige und unvergessene Leiterin Isolde Welk wurden wach, aber auch die neu gesetzten Impulse des jetzigen Teams um Andrea Kroll wurden gewürdigt.
Den 25. Geburtstag durfte der Rathaus-Erweiterungsbau am 26. März begehen. Das dreigeschossige Gebäude erfüllt auch nach einem Vierteljahrhundert seinen Zweck und kann sich noch immer optisch sehen lassen. Den Höhepunkt im Geburtstagsreigen setzte die Ketscher Bürgerin Frieda Merkel, die im November 100 Jahre alt und im Rathaus persönlich empfangen wurde.
Drei Großprojekte in Sachen Sanierung und Umbau fanden im Jahr 2007 ihren Abschluss. An erster Stelle steht hier ohne Frage das Hallenbad, das Mitte September seiner Bestimmung übergeben wurde. Mit der grundlegenden Sanierung der Betriebstechnik, des Sanitär- und Umkleidebereiches, des Schwimmbeckens, der Fenster und der Dachkonstruktionen verwandelte sich das Hallenbad in eine Wellness-Oase. An zwei "Tagen der offenen Tür" wurde dieses Ereignis gefeiert und die Bürger konnten sich vor Ort davon überzeugen, dass die Gemeinde das Geld gut angelegt hatte. Das gelungene Ambiente mit der farblich überaus harmonischen Abstimmung lädt zu einem entspannenden Aufenthalt ein.
Mitte Juni stand die nach dem Abriss der alten Leichenhalle "freigelegte" Sankt-Anna-Kapelle im Mittelpunkt. Bürgermeister Kappenstein und Gemeinderäte trafen sich auf dem Friedhof, um das Schmuckstück in Augenschein zu nehmen und einzuweihen. Mit dem Abriss der alten Leichenhalle war auch die Erstellung einer neuen Urnenwandanlage verbunden gewesen. Die neuen Urnenwände fügen sich ansprechend in das umgestaltete Gelände am Friedhof ein.
Was lange währt, wird endlich gut: Mitte November konnte - elf Jahre nach dem Gemeinderatsbeschluss - das Heimatmuseum im ehemaligen Wasserwerk eröffnet werden. Auf drei Stockwerken und zwei Zwischenebenen haben die Mitglieder des Heimat- und Kulturkreises, mit tatkräftiger Unterstützung der Gemeinde, ein Kleinod geschaffen, das die Geschichte der Enderlegemeinde wieder lebendig werden lässt.
An einem Strang zu ziehen, dafür sind die Ketscher bekannt. Wenn sie etwas Hand in Hand angehen und sich für eine gute Sache einsetzen, dann kann sich das Ergebnis stets sehen lassen. So auch 2007.
Im März wurden neun Schüler und Schülerinnen der Neurottschule offiziell zu Mediatoren ernannt, die zusammen mit dem Lehrer-Mediatorenteam aktiv mithelfen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Sie geben Impulse und unterstützen die Streitparteien in ihrem Bemühen, einen Kompromiss zu finden.
Am 1. April fiel der Startschuss für die organisierte Nachbarschaftshilfe: Ein fester Mitarbeiterkreis von ehrenamtlichen Helfern bietet, gegen eine kleine Aufwandsentschädigung, älteren Mitbürgern Unterstützung an.
Für die Kinder der Enderlegemeinde wurde vor allem in Sachen Spielplätze viel getan. Sämtliche Umgestaltungs-Aktionen hatten etwas gemeinsam: Alle Beteiligten packten mit an, der Schweiß rann mitunter in Strömen, aber der Aufwand lohnte sich immer, darin waren sich alle einig. Der Kleintierzuchtverein weihte im Juni sein neues Gelände mit Schaukel, Kletterstrick, Rutsche und Balancierleiter ein. Auf dem Schulhof der Neurottschule entstand - unter Mithilfe von Eltern, Lehrern und Schülern - ein naturnaher Bereich und ein Bewegungsparadies für die Grundschulkinder.
Gleich zwei Bauabschnitte bewältigten die Eltern und Erzieherinnen im Kindergarten "Regenbogen": Im Oktober wurde die umfangreiche Umgestaltung des Außengeländes unter anderem mit dem Anlegen eines Sinnenparcours und einer "Autobahn" für kleine Fahrzeuge vollendet. Die Freude war groß, dieses außergewöhnliche Projekt gemeistert zu haben.
Gemeinsam voran: An beiden Geländesäuberungsaktionen der Gemeinde (im März und im Oktober) beteiligten sich zahlreiche Bürger und als es darum ging, Präsenz zu zeigen und die Enderlegemeinde zu repräsentieren, wurde nicht lange gezögert: Für die "Tour Ginkgo" (zugunsten herzkranker Kinder), die per Fahrrad durch Ketsch "rollte", kamen bis Jahresende nicht nur rund 15 000 Euro an Spenden zusammen, sondern den Radlern wurde Mitte Juli auf dem Marktplatz ein farbenfroher Empfang bereitet, nach dem Motto: "Wir gehören zusammen!" - So wurde in Ketsch dieses Miteinander auch 2007 fühlbar gemacht.
© Schwetzinger Zeitung - 31.12.2007
- nach oben -