Im Spiegel der Presse


Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil am 23. Januar 2008.

Handpuppen zu Leben erweckt

Neurottschule: Loretta Schulze und Peter Lemke spielen für Viertklässler "Die kleine Zauberflöte"

Von unserem Mitarbeiter Kay Müller

Ketsch. Werden Prinz Tamino und seine geliebte Prinzessin Pamina zusammenfinden? Und vor allem, wie kann ihnen der alles andere als mutige Papageno dabei helfen? Auf diese Fragen erhielten die Viertklässler der Neurottschule in Ketsch eine Antwort auf höchst unterhaltsame Art und Weise. Loretta Schulze und Peter Lemke hatten an diesem Morgen "Die kleine Zauberflöte" in den Musiksaal mitgebracht, eine Inszenierung mit Handpuppen und frei nach der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart.

Die Zauberflöte gehört nun ganz gewiss zu den bekanntesten und am häufigsten inszenierten Opern weltweit und sie bietet sich ganz vorzüglich an für eine kind- und jugendgerecht Adaptation, um bei den Heranwachsenden das Interesse an der klassischen Musik und Oper zu wecken. Das dürfte auch den beiden Puppenspielern, die ihre Aufführung in die Tradition des Kasperletheaters setzten, gelungen sein. Schulze und Lemke erwecken ihre Figuren gekonnt zum Leben, die Stimmnuancen verleihen Charakter und kommen beim jungen Publikum an und die Handpuppen selbst sind farbenfroh und mit viel Liebe zum Detail gestaltet.

Prinz Tamino verliebt sich in die schöne Prinzessin Pamina und er soll von deren Schwiegermutter, der Königin der Nacht, zum Werkzeug für ihre finsteren Pläne gemacht werden. Sarastro, von Peter Lemke mit bedeutungsschwerer und sonorer Stimme in Szene gesetzt, halte ihre Lieblichkeit gefangen, doch in Wahrheit ist er nichts anderes als Paminas Beschützer. Der Königin geht es einzig und allein um den Schatz, für welchen Sarastro Sorge trägt.

Große Aufmerksamkeit

Natürlich überwiegen innerhalb der Inszenierung die Sprechakte, doch immer wieder werden an entscheidender Stelle Mozarts Melodien eingespielt und Loretta Schulze gibt auf erstaunliche Weise die Arien zum Besten. Das berühmte "Ein Vogelfänger bin ich ja" darf natürlich nicht fehlen, und ein ständig leicht lispelnder Papageno folgt Tamino denn auch in die Unterwelt der Prüfungen, auf dem Weg Taminos zu Paminas Herz. Viele Verwicklungen, viele Passagen und ebenso viele Personen des Originals ließ Loretta Schulze weg und das trug ebenso dazu bei, dass die Viertklässler bemerkenswert aufmerksam dem Puppenspiel folgten und sich sogar von den Mitschülern draußen im Hof bei deren großer Pause nicht allzu sehr ablenken ließen.

Ablenken durfte sich auch Vogelfänger Papageno bei seiner Suche nach dem eigenen Glück nicht lassen und siehe da, so manch knorrige Hexe mit rotem Kopftuch und übergroßer Nase verwandelt sich dann und wann zur Traumpartnerin Papagena. Wie er sie bekomen hat? Na klar, mit Hilfe seines Glöckchens, welches ihm Wünsche offen hält und zu einem glücklichen Ende sollte doch auch die Zauberflöte beitragen können, die durch ihr Spiel in der Lage ist, alles Ungemach fern zu halten . . .

© Schwetzinger Zeitung - 23.01.2008

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