Im Spiegel der Presse


Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil am 26. Januar 2008.

Zuweilen sind unparteiliche Dritte gefragt

In der Neurottschule: Die neuen Schülerstreitschlichter wurden offiziell ins Amt berufen

Von unserer Mitarbeiterin Vanessa Schäfer

Ketsch. Sieben neue Experten hat die Neurottschule, die sich gegen eine große Zahl Mitbewerber durchgesetzt haben und auf deren Schultern von jetzt an eine herausfordernde Aufgabe ruht: die Streitschlichtung ihrer jüngeren Mitschüler.

Am Donnerstagnachmittag wurde die zweite Generation der Schülerstreitschlichter an dieser Schule offiziell im Rahmen einer Lehrerkonferenz ins Amt berufen. An fünf Seminartagen sowie durch wöchentliche Sitzungen haben sie von den ausgebildeten Mediatoren der Schule, Konrektor Joachim Rumold, Sozialarbeiterin Marion Sandritter sowie den Lehrerinnen Martina Rittershofer, Helga Rinklef und Jasmin Dolpp, das Handwerk für ihre neue Aufgabe erlernt.

"Ich freue mich, dass ihr das geschafft habt", richtete sich Rektorin Angelika Krieger an die sieben Schüler. "Die Schule wird euch unterstützen und extrem schätzen, bei dem, was ihr da macht." Denn einfach wird es für die noch praxisunerfahrenen Streitschlichter, die nach den Winterferien ihr Amt antreten, nicht. Sie müssen als unparteiliche Dritte in Konflikte eingreifen, die die Betroffenen selbst nicht mehr allein untereinander klären können. "Natürlich ist der eine oder andere Streitschlicht nicht vergnügungssteuerpflichtig", weiß der Ketscher Hauptamtsleiter Ulrich Knörzer und zitierte: "Ein schottisches Sprichwort sagt, man sollte drei Kinder haben - zwei zum Raufen und eins zum Schlichten."

Sieben unparteiliche Dritte

Und dieses letzte Kind sind nun sie: Hanah-Lena Hofmeister, Sarah Tofan, Timo Meisersick, Dennis Wehrle, Marco Burat, Fabian Wettengel und Donatella de Virgilis - die neuen Repräsentanten für eine positive Streitkultur und Konfliktlösung an der Neurottschule.

Während sich die frischgebackenen Schlichter auf die bevorstehende Arbeit freuen, blicken die Ehemaligen auf ihre einjährige Amtszeit zurück. Üble Beleidigungen, gegenseitige Handgreiflichkeiten und kleinere Diebstähle - mit all dem hatten sie es in den Großen Pausen zu tun.

Doch die Erfahrung hat gezeigt, worauf es bei ihrer Tätigkeit ankommt. "Das Wichtigste ist das Vertrauen der Betroffenen zu gewinnen und sie dabei zu unterstützen, sich mal in die Lage des anderen hineinzuversetzen", so Sibel Aydin. Klingt zwar plausibel, aber ganz so leicht war das nicht immer. "Manchmal war es schwierig die Wahrheit aus jedem rauszukriegen", erklärt Gülcin Tas. "Manche lügen nur rum, so dass teilweise sogar Zeugen aus der Klasse einbezogen werden mussten."

Meistens ist es dem Team aber dennoch gelungen die Streitfälle bis hin zur Entschuldigung zu lösen. Nur selten mussten die Lehrermediatoren hinzugezogen werden. Das soll auch in der zweiten Generation so bleiben. Denn eins, so Aydin, habe sich durch das Streitschlichtprojekt erheblich geändert: "Das Klima an der Schule hat sich verbessert: Es wird weniger gestritten - stattdessen mehr geredet.

© Schwetzinger Zeitung - 26.01.2008

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