Im Spiegel der Presse

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Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil am 22. September 2008.

15. Umweltwochen: Schüler erkunden mit Dirk Baumgärtner den Naturlehrpfad Neurott

Naturkundeunterricht im Freien

Von unserem Mitarbeiter Gerd Pecht

KETSCH. "Die Kinder als zukünftige Generation müssen schon frühzeitig begreifen und verstehen, wie wichtig und lebensnotwendig Umwelt- und Naturschutz für uns alle ist. Wir wollen aufzeigen, dass Umwelt auch im Ort sein kann, wie hier in der Grünanlage Naturlehrpfad Neurott", erläuterte Manfred Haaf, Umweltbeauftragter der Gemeinde. Von der Neurottschule kam die fünfte Klasse in zwei Gruppen mit ihrer Lehrerin Martina Rittershofer, um Natur zu erleben und schützen zu lernen.

Der Umweltbeauftragte erzählte, wie 1997 der Lehrpfad mit kleinen Bäumen angelegt wurde, die meisten sind prächtig gediehen, einige wurden nachgepflanzt. Vor jeder Baumart sind erläuternde Schilder angebracht, viele wurden allerdings beschädigt oder zerstört und mussten kostspielig erneuert werden. Obwohl mehrere "Hundetoiletten" angebracht sind, nehmen es einige Hundebesitzer mit der Entsorgung der Hinterlassenschaft ihrer Lieblinge nicht so genau, bedauerte Haaf.

4200 Park- und Straßenbäume

Die Gemeinde trägt für 4200 Park- und Straßenbäume Verantwortung, die Diplom-Ingenieur Dirk Baumgärtner als Sachverständiger für Baumstatik in gewissen Abständen kontrolliert. Auf seine Frage nach dem Wissen der Schüler über Bäume erhielt er kundige Antworten. Die Kinder unterschieden auch zwischen Laub- und Nadelbäumen. Das Schild der Stiel-Eiche am Weg informierte über Eigenarten des Pfahlwurzlers, und Baumgärtner warnte aus aktuellem Anlass vor Gefahren durch den Eichenprozessionsspinner. Eichen können bis 1000 Jahre alt werden, schätzten die Schüler richtig. Zwischen dem Gras wuchsen Brennnesseln und Taubnesseln, deren Unterschiede gemeinsam erarbeitet wurden. Die Lichtnelke nebenan braucht längere Zeit zum Blühen, als Staude ist sie nächstes Jahr wieder zu bewundern. An der holländischen Ulme entdeckte der Experte im Blatt eine Insektenlarve, die zur weiteren Entwicklung Blattgrün aussaugt. Am Ahorn waren die Blätter auffällig, einmal nach oben gedreht, dann nach unten. Der neu gepflanzten Sommerlinde versprach Baumgärtner im Lauf der Jahre hochragendes Gedeihen. Unter der chinesischen Wildbirne ragten Pilze hervor, die nicht zur Gattung der Pflanzen gehören. Sie existieren in Symbiose mit Bäumen und gehören zu den dominierenden Lebensformen der Erde, so der Fachmann.

Vorbei am Trompetenbaum mit Virusinfektion hielt die Gruppe an der gemeinen Traubenkirsche mit traubenförmigen Blüten, die Früchte sind ungenießbar. Beim japanischen Schnurbaum fielen den Schülern die paarig gefiederten Blätter auf, die Steppenkirsche daneben war kugelig gewachsen. Am echten Haselnussbaum waren Knospen und Staubgefäße für das nächste Jahr zu sehen. Bei der Rotbuche war die Rinde durch Sonnenbrand abgestorben, und die Hainbuche wurde auch als beliebte Heckenpflanze erkannt. Besondere Aufmerksamkeit weckte die Gleditsche mit ihren kräftigen Stacheln. Die langen, dicken Schoten durften die Schüler öffnen, um die noch nicht ganz reifen Samen zu begutachten.

Manfred Haaf hatte sein Ziel im Rahmen der Umweltwochen erreicht: Die Schüler haben ganz in ihrer Nähe Natur erlebt, und sie werden sicher mit ihrer Lehrerin im Unterricht das Thema noch vertiefen.



© Schwetzinger Zeitung - 22.09.2008


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