Im Spiegel der Presse

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Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil am 23. September 2008.

Konzept "Glücks-Kinder": Kletterwand vor der Neurottschule / Selbstbewusstsein der Kinder stärken

Stark sein gegen Sucht und Gewalt

Ketsch. "Super, du kannst das!", feuerten die fünf Jungs und Mädchen die siebenjährige Jessica an. In den Seilen hängend hatte sie gerade die letzten Haltegriffe der Kletterwand in Angriff genommen, um ihrem Ziel näherzukommen: die Glocke. Wer diese berührte, durfte sich des Respekts der anderen Kinder und Jugendlichen gewiss sein.

Das Ziel zu erreichen, Mut zu entwickeln und die eigene Kraft zu aktivieren - die Kletterwand, welche für zwei Wochen vor der Neurottschule ein Zuhause gefunden hat, birgt viele Chancen. Was für die Kinder nach sportlicher Herausforderung aussieht, ist für die Pädagogen, welche die Kletterei begleiten, ein wichtiger Schritt hin zu einer starken Gesellschaft.

"Die Wand wurde im Rahmen der Aktion ,Glücks-Kinder' von der Kommunalen Kriminalprävention Heidelberg zur Verfügung gestellt", betonte die Schulsozialarbeiterin der Neurottschule, Marion Sandritter. Die Pädagogin freute sich gemeinsam mit Andrea Kroll vom Jugendtreff und Marco Eichelsheimer (Suchtberatung Schwetzingen) über die große Zahl an Kindern, die sich auch an den Nachmittagen auf dem Schulhof einfanden, um sich der Herausforderung zu stellen.

Während der Schulzeiten hingegen stand die Wand den Dritt- bis Zehntklässlern der Neurottschule zur Verfügung. Jeweils drei Stunden durften die Klassenverbände Kraft, Ausdauer und Mut beweisen. Dass zugleich auch der Zusammenhalt der Kinder und Jugendlichen, die Stärkung der Schwachen und der eigenen Persönlichkeit im Vordergrund standen, war für die Kletterfans pädagogisch zweitrangig. Ihnen machte es schlichtweg Spaß, und selbst die weniger Wagemutigen konnten sich nach und nach motivieren, einige Meter an der Wand zu erklimmen. Dass sie dabei auch auf die Kraft ihrer Lehrer und Begleiter vertrauen konnten und durften, war sicherlich ebenfalls ein Zeichen der Verbundenheit, das Vertrauen und Selbstbewusstsein stärkte.

Positive Erfahrungen

"Es gibt wenig Platz für Kinder und Jugendliche, ihre Grenzen auszuloten, Erfolgserlebnisse zu haben", betonte Marco Eichelsheimer und deutete auf die Kletterwand. Diese, so erläuterte er weiter, vermittle eben diese wichtigen Momente innerhalb kürzester Zeit und wirke so präventiv bezüglich juveniler Kriminalität. Wer stark ist, wird seltener straffällig, greift seltener zu Drogen - so die Botschaft. Dass darüber hinaus auch ein sportlicher Aspekt dahinter steckt, sei ebenfalls nicht rein zufällig, betonte der Kletterlehrer: "Für manche kann das auch der Einstieg, die Motivation sein, vielleicht in den Alpenverein einzutreten."

Sven, der zehnjährige Jungfeuerwehrmann jedenfalls freute sich über die Herausforderung. Bei der Feuerwehr Ketsch müsse er ebenfalls klettern, daher sei er "mutig genug" für diese Kletterwand. Auch Jessica freute sich über ihre Kraft, mit der sie die Wand bezwang. Schwester Vanessa hatte sie motiviert. Die Neunjährige strahlte über beide Backen, dass auch ihre kleine Schwester nun eine "echte Bergsteigerin" ist. ak

© Schwetzinger Zeitung - 23.09.2008


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