

Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil
am 18. Oktober 2008.
Neurottschule: Andrea Liebers entführte die Schüler in die fantasievolle Welt eines "bärenstarken Geistes"
Lebensweisheit an andere weitergeben
Von unserem Mitarbeiter Volker Widdrat
Ketsch. Gebannt lauschten die Zweitklässler der spannenden Geschichte von Emil Elefant, der vor Kraft nur so strotzt und zu den Königen des Dschungels gehört, und der das verletzte Waldreh Tapi Tapini entdeckt und sich voller Wohlwollen und Freundschaft seiner annimmt.
Im Musiksaal der Neurottschule hörten die Kinder eine Autorenlesung, die im Rahmen des Frederick-Tages stattfand.
Das zur Förderung von Kinder- und Jugendbüchern geschaffene landesweite Literatur-Lese-Fest wartet noch bis 24. Oktober mit rund 3000 Veranstaltungen auf. Der Name "Frederick-Tag" geht auf das Bilderbuch von Leo Lionni zurück, in dessen Mittelpunkt die erzählfreudige Maus Frederick steht. Das Engagement für die Literatur- und Leseförderung läuft in Schulen, Bibliotheken, Buchhandlungen, Volkshochschulen und vielen weiteren Bildungsträgern.
Die Neurottschule hatte die bekannte Kinderbuchautorin Andrea Liebers eingeladen. Die Heidelbergerin studierte Germanistik, klassisches Latein und Latein des Mittelalters und promovierte über europäische Wundergeschichten des 12. Jahrhunderts. In ihren Kinder- und Jugendbüchern verbindet sie Wissen mit kreativer, spannender Erzählweise. Dabei wird "echte" Geschichte spannend verpackt, in regionalen Bilderbüchern geht es um Sagen, Sagengestalten und besondere Menschen, in ihren Sachbüchern wird Wissen für Kinder und Erwachsene anschaulich dargestellt.
In Schreibwerkstätten lädt Andrea Liebers Kinder, Jugendliche und Erwachsene darüber hinaus dazu ein, sich auf das "Abenteuer Schreiben" einzulassen.
Den Zweitklässlern stellte die Autorin ihr neuestes Hörbuch "Ein bärenstarker Geist" vor. Darin erzählt ein weiser alter Bär mit Namen Großer Ark die besten Geschichten, die er auf den Tierversammlungen gehört hat. Er weiß, dass seine Zeit gekommen ist und er bald sterben wird. Doch zuvor will er seinen Schülern die Weisheit seines Lebens mit auf den Weg geben. Wie die Geschichte vom Fohlen Tanika, das das erste Mal in seinem Leben Apfelblüten sieht. Oder die Erzählung von Jako Rotkehlchen, das sich im grimmigsten Winter beherzt dafür einsetzt, dass keine Vogelfamilie im tief verschneiten Wald verhungern muss. Oder über die kleine, dicke Maus, die zeigt, was man alles erreichen kann, wenn man unverzagt und mit Freude die notwendigen Dinge anpackt.
Kinder ab sechs Jahren, wie die Zweitklässler der Neurottschule, lernen spielerisch und phantasievoll Werte kennen, "die heute immer seltener eine Rolle spielen, die aber für sie selbst und unsere Gesellschaft überlebenswichtig sind". Selbstredend, dass die kleinen Zuhörer nach der Lesung jede Menge Fragen an die Autorin hatten. Wie lange dauert es, ein Buch zu schreiben? Wie kommt sie auf ihre Geschichten? Warum schreibt sie überhaupt Kinderbücher?
Andrea Liebers beantwortete den Schülern von drei zweiten Klassen geduldig alle noch so kniffligen Fragen. Abschließend gab es sogar noch Autogramme von der renommierten Kinderbuchautorin.
© Schwetzinger Zeitung - 18.10.2008

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