Im Spiegel der Presse

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Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil am 24. Januar 2009.

Neurottschule: Auftaktveranstaltung zur Kooperation Schule - Betrieb /
"Praktika sind wichtiger denn je"

Hautnahe Einblicke in Berufsbilder

Von unserer Mitarbeiterin Anette Zietsch

Ketsch. Die Zahlen sind nicht überraschend, aber immer wieder alarmierend: Nur zehn Prozent der Neuntklässler bekommen direkt nach ihrem Hauptschulabschluss eine Lehrstelle. Der landesweit eingeführte "Praxiszug Hauptschule" soll jetzt dazu beitragen, dass sich die Chancen für die Jugendlichen verbessern, denn der Schritt in die Ausbildung ist eine entscheidende Weichenstellung in ein eigenverantwortliches Berufsleben.

Berufsanforderungen vermitteln

Bei der Informationsveranstaltung der Neurottschule, die in Kooperation mit dem Handwerker- und Gewerbeverein stattgefunden hat, haben Rektorin Angelika Krieger und Konrektor Joachim Rumold den "Praxiszug Hauptschule" einer interessierten Gruppe von Firmen und Betrieben vorgestellt.

"Praktika sind nichts Neues, aber wichtiger denn je", erklärte Angelika Krieger. Ziel sei es, die Schüler zur Ausbildungsreife zu führen, den Übergang von der Schule in die Berufswelt möglichst bruchlos zu gestalten.

Der "Praxiszug Hauptschule" soll dazu beitragen, den Schülern der Klasse 8 berufsspezifische Anforderungen in der Realität zu vermitteln. Dazu gehören Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, Ausdauer, Ordnung und Durchhaltevermögen - Kompetenzen, die natürlich auch im Schulleben gefordert sind, die aber dort eben nicht immer beachtet werden.

Der Ablauf sieht vor, dass die Schüler während der Dauer des Praktikums, das auf ein Schulhalbjahr angelegt ist - das bedeutet abzüglich der Ferien sowie Vor- und Nachbereitung in der Schule acht bis zehn Tage -, den Alltag im Job hautnah erleben.

Die durchgängige Betreuung in Betrieb und Schule übernimmt ein Lehrer, der jederzeit vom Arbeitgeber als Ansprechpartner zu Rate gezogen werden kann.

Die Zuordnung der Schüler zu den einzelnen Firmen erfolgt aufgrund einer Kompetenzanalyse und unter Berücksichtigung der Fähigkeiten und Entwicklungen des Achtklässlers, die den Lehrern bekannt sind. Dabei werden einerseits die Neigungen und Vorlieben berücksichtigt, andererseits sollen die Jugendlichen auch Einblick in unbekanntes Terrain gewinnen. Die Praktikanten, für die selbstverständlich Anwesenheitspflicht besteht, müssen ein Berichtsheft führen. Aber auch der Betrieb sollte am Ende der Zusammenarbeit eine Beurteilung abgeben.

Das Praktikum soll dazu beitragen, den zukünftigen Azubis einen Einblick in zwei verschiedene Berufsbilder pro Schuljahr zu ermöglichen. Durch die unterschiedlichen Arbeitsanforderungen können die Schüler nach bisherigen Erfahrungen ihre Stärken oder Schwächen besser ausloten und werden flexibler bei der Lehrstellensuche.

Motivationsschub

Im besten Falle bekommen die Schüler auch einen Motivationsschub für den Unterricht, wenn sie sehen, dass sie ein Ziel - die Lehrstelle - vor Augen haben. Denn idealerweise stellen die Jugendlichen und die Firmeninhaber während des befristeten Arbeitsverhältnisses fest, dass beide Seiten voneinander profitieren, so dass die positive Folge ein Ausbildungsvertrag ist.

Am Ende der Veranstaltung freute sich Angelika Krieger, dass alle Vertreter der sieben Betriebe, die gekommen waren, ihre Bereitschaft zur Teilnahme signalisierten. Allerdings hofft die Rektorin auf noch mehr Resonanz in den kommenden Wochen, gilt es doch, für jeden der 20 Schüler, die im nächsten Jahr am "Praxiszug Hauptschule" teilnehmen werden, einen Platz zu finden.

 

© Schwetzinger Zeitung - 24.01.2009


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