

Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil
am 09. April 2009.
Turngala an der Neurottschule: Im Geräteturnen stellten die Schüler ihr Können unter Beweis
Von unserer Mitarbeiterin Anette Zietsch
Ketsch. Helga Rinklef atmet am späten Vormittag mehr als einmal tief durch - und gegen den Lärmpegel der wuseligen Schar in der Neurotthalle an. Die Sportlehrerin ist - wie auch in den Jahren zuvor - für den reibungslosen Verlauf der Turngala verantwortlich. Bei den zweiten und dritten Klassen hat alles prima geklappt, sie sind schon fertig. Im Moment warten die jüngsten und die ältesten Grundschulkinder auf ihren Wettbewerb oder Wettkampf.
Ungefähr 230 Schülerinnen und Schüler aus insgesamt zehn Klassen der Neurottschule wollen an und mit Sportgeräten zeigen, was sie im Turnen draufhaben. "Das ist das Schöne an dieser Veranstaltung", meint Helga Rinklef in einem mehr oder weniger stillen Moment, "hier ist für jeden das Passende dabei. Bei diesen Bundesjugendspielen dürfen die Kinder zeigen, was sie können - ohne dass ihnen verdeutlicht wird, was sie alles nicht können."
Und sie brennen darauf, das auch zu präsentieren: ihren Mitschülern, den Lehrern an den einzelnen Stationen natürlich, aber auch den zahlreich erschienenen Eltern, Großeltern und sonstigen Fans, die ausdrücklich eingeladen sind, um die kleinen Sportskanonen von der Tribüne aus anzufeuern.
Die ersten Klassen dürfen bei einem Vielseitigkeitswettbewerb unter Beweis stellen, wie geschickt sie in ihrer Koordination sind. Ihre Aufgaben haben so lustige Namen wie "Schlafender Flamingo", "Bank-Robben" oder "Partnerklatsch".
Noch machen sie zum Aufwärmen mit ihrer Lehrerin den "Hampelmann" im Kreis und haben sichtbar Spaß daran. Doch schon kurze Zeit später hangeln sich die Jüngsten kopfüber am Barren entlang oder springen auf einem Trampolin, um gleich darauf nach Seilen zu greifen und in bester Tarzan-Manier hin und her zu schwingen. Eine andere Gruppe balanciert ein kleines Kissen auf dem Kopf eine schmale Bank entlang, in der Mitte liegt noch ein Reifen, über den die Erstklässler steigen müssen. Weiter hinten hört man das dumpfe "plopp-plopp-plopp" von Bällen, die neben einem Kasten gelandet sind.
"Ziel der Turngala ist es unter anderem, die jüngeren Jahrgänge systematisch an die Grundsportart Geräteturnen heranzuführen", erklärt Helga Rinklef, die dabei nicht nur von den zehn weiteren Lehrern unterstützt wird, sondern auch von Hauptschülern. Sie assistieren bei den einzelnen Übungen, schreiben Punktzahlen auf oder beruhigen auch mal die erhitzten Gemüter der mitunter aufgeregten Sechs- bis Zehnjährigen.
Während für die ersten Klassen noch der Wettbewerb im Mittelpunkt der Veranstaltung steht, müssen sich die vierten bereits einem kleinen Wettkampf stellen (die Zweit- und Drittklässler haben die Wahl). Dieser besteht aus den Grundtätigkeiten des Turnens wie Stützen, Hängen, Schwingen, Springen, Balancieren, Rollen, Drehen beziehungsweise Überschlagen.
In einem Dreikampf turnen Mädchen und Jungen an den gleichen Geräten: Reck, Boden, Sprung und Balanciergerät. Außerdem wird eine altersgerechte so genannte Miteinander-Übung angeboten, bei der es um gegenseitiges Beobachten und Einschätzen, also um die soziale Kompetenz geht. Und es nötigt den Zuschauern Respekt ab, wie jeweils drei Kinder synchron einen Purzelbaum - oder wie es richtig heißt: eine Rolle vorwärts - machen; im Radschlagen sind die Trios ebenso verblüffend im Gleichklang. Aber auch die Sprungkraft vieler Viertklässler ist beachtlich, wie man beim Bock sieht, über den die Neun- und Zehnjährigen, die Beine weit gespreizt, locker drüber fliegen und die Übung zumeist mit einer perfekten Landung abschließen.
Auch wenn der Spaß für alle Mädchen und Jungen der wichtigste Aspekt dieser Turngala war, so freuten sie sich doch am letzten Schultag vor den Osterferien über die Sieger-, Ehren- und Teilnahmeurkunden, die es als Anerkennung für ihre guten Leistungen bei den Bundesjugendspielen gab.
© Schwetzinger Zeitung - 09.04.2009
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