

Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil am 01. Februar 2010.

In der Neurottschule: Schüler zu neuen Streitschlichtern ernannt / Vorgänger mit Lob und Dank verabschiedet
Von unserem Mitarbeiter Volker Widdrat
Ketsch. "Es hat mir sehr viel bedeutet und immer großen Spaß gemacht, schade, dass wir aufhören", blickte Nadine zurück. "Wir haben immer eine Lösung gefunden und im Team gab es zudem viel zu lachen", berichtete Rohat. Acht von ihnen mussten ihre Tätigkeit aufgeben, drei machen noch weiter, dafür sind sieben ganz neu dabei: Pünktlich zum Ende des ersten Schulhalbjahres wurden an der Neurottschule im Rahmen einer Gesamtlehrerkonferenz die neuen Streitschlichter begrüßt und in ihr verantwortungsvolles Amt eingeführt. Die Schüler, die diese Tätigkeit ein oder zwei Schuljahre ausübten, wurden mit einem kleinen Geschenk verabschiedet.
Rektorin Angelika Krieger freute sich, an diesem "Traditionstag für die Schule", erneut Dank sagen zu können. Seit 2006 gibt es an der Neurottschule eine Streitschlichtung. Schülerinnen und Schüler der Klassen 2 bis 5 können in der großen Pause direkt bei den Streitschlichtern in der Aula einen Termin vereinbaren, ältere Schüler der Klassen 6 bis 10 können sich an die Lehrer oder das Mediationsteam wenden. Streitschlichter oder Mediatoren helfen im Streitfall den Betroffenen, sich über ihre Gefühle und Interessen klar zu werden und sie verständlich zum Ausdruck zu bringen. Das gemeinsame Ziel ist es immer, eine Lösung ohne Verlierer zu finden.
Hauptamtsleiter Ulrich Knörzer dankte den ausscheidenden Streitschlichtern für "die tolle Sache" und bat die neuen, auch künftig "Probleme anzusprechen und konfliktfreie Lösungen herbeizuführen". Mediatoren seien keine Richter, sie dürften niemandem Recht geben und auch nicht bestrafen. Wie ihre Vorgänger waren auch die neuen Streitschlichter bei zwei Seminaren im Ketscher Jugendtreff und in der Jugendherberge in Neustadt durch Rollenspiele und Gespräche auf ihre Aufgaben vorbereitet worden. In diesem Zusammenhang galt der Dank von Schulleitung und Gemeindeverwaltung auch den engagierten Lehrermediatoren, unter anderem den Lehrkräften Cornelia Koch und Petra Kurz sowie der Schulsozialarbeiterin Marion Sandritter.
"Weil wir es nicht leiden können, dass Streitfälle ungelöst bleiben" und "weil wir vor allem den kleineren Kindern helfen wollen", berichteten die aktuellen Streitschlichter Celina Zimmermann, Jana Fichtner, Meral Tutcu, Simon Weckesser, Besjana Abazi, Felix Hofmann, Jessica Scherger, Timm Häuser, Fabian Wettengel und Laura Impertro über ihre Motivationen, dieses Amt zu übernehmen, erzählten vom ersten "Ausbildungstag" im Jugendtreff, von den Rollenspielen und den Aufgaben bei der Lösungsphase, vom Ehrenkodex der Schule, den alle Streitschlichter unterschrieben haben. Eine gute und faire Lösung für jeden Streit zu finden, genau zuzuhören und letztlich eine Einigung herbeizuführen, die beiden Parteien am meisten zusagt, und nicht zuletzt auf die Einhaltung der im Schlichtungsgespräch herbeigeführten Vereinbarungen zu achten, das versprachen die neuen "Krisenbewältiger" ihren Mitschülern, nicht ohne nochmal aufzufordern, bei Bedarf möglichst schnell und ohne Scheu auf die Mediatorenteams zuzugehen.
Konrektor Joachim Rumold verabschiedete die "stets zuverlässigen und einsatzbereiten" Streitschlichter, die das bisher Erarbeitete möglichst für ihr weiteres Leben nutzen sollten. Als Dank gab es eine Tasse, gefüllt mit Leckereien. Abschließend erhielten die Neuen aus den Händen von Schulleiterin Angelika Krieger und Hauptamtsleiter Ulrich Knörzer ihre Ernennungsurkunden.

© Schwetzinger Zeitung - 01.02.2010
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