

Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil am 29. April 2010.
Aus dem Gemeinderat: Kindergartenbedarfs- und Schulentwicklungsplan hilft bei Planungen für die Zukunft / Gespräche mit Brühl über die Werkrealschule
Von unserem Redaktionsmitglied Sabine Janson
Ketsch. Zahlen, Daten und Fakten: Der Kindergartenbedarfs- und Schulentwicklungsplan, der in der Gemeinderatssitzung am Montagabend wohlwollend vom Gremium zur Kenntnis genommen wurde, gibt in anschaulicher Präsentation detaillierte Einblicke in die Ketscher Bevölkerungsentwicklung und, daraus resultierend, über die für die nahe Zukunft benötigten Kindergartenplätze und Schulklassen.
Mit Hilfe der Kindergarten- und Schulentwicklungszahlen konnte (und kann) rechtzeitig auf Veränderungen reagiert werden. Der Kindergartenbedarfs- und Schulentwicklungsplan ist Nachschlagewerk und Grundlage für Zukunftsplanungen.
"Sowohl landes- als auch bundespolitisch scheint man sich geradezu in einen Wettlauf um die Gunst der Eltern begeben zu haben, der in immer neuen Standards zur Ausgestaltung der Betreuungsangebote gipfelt. Am untersten Ende dieser Spirale sehen sich die Einrichtungsträger mit der Umsetzung der geschaffenen Qualitätskriterien konfrontiert, was abgesehen von einem immensen Zeit- und Personalaufwand insbesondere auch finanzielle Auswirkungen mit sich zieht", formulierte Bürgermeister Jürgen Kappenstein in seinem Vorwort.
Wesentliches Merkmal der aktuellen Fortschreibung zur Kindergartenbedarfsplanung ist ein nochmaliger Rückgang anspruchsberechtigter Kinder von 319 auf 300. Aktuell liegt die Versorgungsquote der Gemeinde im Bereich der unter Dreijährigen bei 18,90 Prozent. "Ein Wert, der die auf Landesebene festgelegte Ausbaustufe für das Jahr 2010 (22 Prozent) nicht ganz erreicht, den tatsächlichen Ausbaubestand landesweit (15,8 Prozent) jedoch deutlich übertrifft, unterstrich Kappenstein in der Gemeinderatssitzung und informierte darüber, dass gemeindeweit derzeit 52 Betreuungsplätze für unter Dreijährige, davon 43 in Kindertageseinrichtungen und neun in Tagespflege, bereitgestellt werden.
Mit dem im Bau befindlichen Kindergartenneubau werde die Versorgungsquote in der Kleinkindbetreuung maßgeblich erhöht. Die neue Einrichtung ermögliche eine Ausweitung des örtlichen Angebots um eine Gruppe mit Kindern im Alter von einem bis drei Jahren (zehn Kinder) und zwei Gruppen mit Mädchen und Jungen im Alter von zwei bis drei Jahren (jeweils zwölf Kinder). Unter Berücksichtigung dieser zusätzlichen Kapazitäten erhöhe sich die Bedarfsdeckungsquote auf 31,27 Prozent.
Auch in der Schulentwicklungsplanung macht sich der Geburtenrückgang bemerkbar. Im Schuljahr 2011/12 werden die Einschulungszahlen deutlich zurückgehen. Die Bildung der Eingangsklassen erfolgt an der Alten Schule künftig nur noch zweizügig. An der Neurottschule wird es in den Schuljahren 2010/11 und 2014/15 drei, in den übrigen Schuljahren ebenfalls nur noch zwei Eingangsklassen geben.
"Im Hauptschulbereich können die Eingangsklassen nur noch einzügig gebildet werden", berichtete Kappenstein. Da für die Werkrealschule eine Zweizügigkeit Voraussetzung ist, gebe es Gespräche mit der Nachbargemeinde Brühl. "Für eine zielgerichtete Zusammenarbeit wurde eine Kommission gebildet." Alles Weitere gelte es abzuwarten.
"Mit der neuen Kindertagesstätte wird ein weiterer Meilenstein für unsere Kindergartenbetreuung geschaffen", kommentierte Helena Moser (CDU) und kam sodann auf die Werkrealschule zu sprechen. In immer mehr Berufen werde mehr als ein Hauptschulabschluss gefordert. Daher nehme die Werkrealschule einen wichtigen Stellenwert ein, um die mittlere Reife erlangen zu können. "Um eine bestmögliche Lösung zu finden, bedarf es intensiver Gespräche zwischen den Gemeinden Brühl und Ketsch." In der Neurottschule seien bereits Räume für die Werkrealschule vorhanden. Diesbezüglich ergänzte Rudi Kurbiuhn (FWV), dass noch grundlegende Fragen zu klären und dass Brühl und Ketsch in Sachen Werkrealschule jeweils auf die Mitarbeit der Nachbargemeinde angewiesen seien.
"Einen Schritt voraus zu sein ist immer besser als einem Trend hinterherzurennen", merkte Gerhard Jungmann (SPD) an und bekräftigte, dass die Entscheidung für den Bau einer neuen Kindertagesstätte richtig und gut gewesen sei.
"Im Vergleich zu den Kindergärten waren unsere Grundschulen bisher ,Inseln der Glücksseligen', doch nun nehmen tendenziell auch die Klassenstärken ab", sagte Detlev Lorentz (FDP/KL) abschließend.
Alle Fraktionen dankten der Verwaltung für das umfangreiche Zahlenwerk und lobten die außerschulischen Betreuungsangebote sowie die Schulsozialarbeit.
© Schwetzinger Zeitung - 29. April 2010
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