Im Spiegel der Presse

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Die Schwetzinger Zeitung schrieb in ihrem Ketscher Teil am 17. Mai 2010.


Sommertagszug: Kinder zogen gestern beim Maifest durch die Ketscher Straßen, um dem Winter endgültig den Garaus zu machen

Den Frühling aus seinem Versteck geholt

Von unserem Redaktionsmitglied Sabine Janson

Ketsch. Wenn Blumenkinder durch die Straßen ziehen, Bienen summend ausschwärmen und Frösche quaken, wenn kleine "Malermeister" Frühjahrsputz halten, dann hat der Winter keine Chance mehr: Gestern Mittag war von den Regenwolken, die sich am Samstag auch über der Enderlegemeinde ausgebreitet hatten, nichts mehr zu sehen. Und sogar die Temperaturen zeigten sich gestern milder, denn die Sonne lachte mit wärmenden Strahlen vom Himmel herab und tat ihr Bestes, um den Kindern ihren Wunsch nach dem Frühling zu erfüllen.

Die "Ketscher Hewwlguggler" und die "Badner Schallmeien" Philippsburg gaben den Ton an und setzten mit schwungvollen Rhythmen klangvolle Akzente. Mit einer solchen Musikbegleitung, die für gute Laune sorgt, machten sich die Mädchen und Jungen pünktlich um 11 Uhr vom Bruchgelände aus auf den Weg zum Marktplatz, wo sie mit viel Applaus begrüßt wurden.

Blütenpracht und bunte Bänder

Alle Ketscher Kindergärten und Schulen waren beim Sommertagszug, der nach Jahrzehnten erstmals wieder veranstaltet wurde, mit dabei und hatten sich viel Mühe gemacht, um einen farbenfrohen Lindwurm durch die Straßen ziehen zu lassen. Als Sonnenblumen und Margariten verkündeten die Mädchen und Jungen des Kindergartens "Villa Pusteblume" fröhlich: "Ist der Winter nun vorbei, kommt die Kindergärtnerei!"

Die Schüler der Alten Schule setzten weitere Farbtupfer in das Geschehen: Ausgerüstet mit Paletten, Pinseln und "Zeitungshüten" zogen die ersten Klassen los, um den Frühling zu malen. Ihnen folgten quakend die lustigen Frösche der zweiten Klasse und die vergnügten Gärtner der dritten Klassen. Für einen richtigen Frühjahrsputz hatten die vierten Klassen alle wichtigen Utensilien mitgebracht: Schrubber, Besen, Eimer. Hier stand außer Frage: Der Winter, der sich in diesem Jahr so hartnäckig hält, wird jetzt temperamentvoll "weggewischt".

Die ersten und zweiten Klassen der Neurottschule begeisterten mit ihren liebevoll gestalteten Sommertagsstecken, deren bunte Bänder im Wind flatterten - ein Muss für jeden Sommertagszug! Ihnen folgten unzählige Bienen des Kindergartens Sankt Bernhard, die - auf der Suche nach Nektar - federleicht durch die Straßen zu fliegen schienen. Fündig wurden sie sogleich, denn hinter ihnen folgte das "Blumenmeer" des Kindergartens "Regenbogen". Mit farbenfrohen Blüten ebneten sie den Weg für die Mädchen und Jungen des Johanneskindergartens, die als kleine Sonnen Licht zwischen die Häuser zauberten.

Liederreigen und Brezelgenuss

Dicht an dicht standen sodann Groß und Klein auf dem Marktplatz beisammen, darunter auch Bürgermeister Jürgen Kappenstein, Hauptamtsleiter Ulrich Knörzer und IG-Vorsitzender Norbert Mutterer.

Unter der Moderation von Bernd Bürkle stimmte der Chor des Kindergartens "Villa Pusteblume" Frühlingslieder an und lud zu einem Bewegungsspiel ein. Im Nu kam Stimmung auf, und die Gäste machten begeistert mit: klatschen, stampfen, wippen mit den Hüften. Der Chor der Alten Schule sang - in Begleitung des MVK-Jugendorchesters - "Hallo Sonne", und zum Klang von "Tiritomba" - "O wie wonnig, wenn so sonnig ist der Frühling" - ging der Schneemann in Flammen auf. Unter Beobachtung der Ketscher Floriansjünger ergriffen die Flammen Besitz vom eisigen Gesellen und heizten dem Symbol des Winters mächtig ein. Kurz darauf verkündete das Jugendorchester mit seinen Instrumenten: "Der Mai ist gekommen!"

Strahlende Gesichter angesichts der geglückten Premiere des Sommertagszugs waren überall auf dem Marktplatz zu sehen. Die teilnehmenden Kinder ließen sich die überreichten Brezeln schmecken und erzählten, noch sichtlich aufgeregt, über die Erlebnisse. "Das hat großen Spaß gemacht. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr", verkündeten zwei "Blumen-Mädchen", bevor sie in der Menge verschwanden.

 

 

© Schwetzinger Zeitung - 17. Mai 2010

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