Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

„Ich spreche für die, die nicht mehr sprechen können […]“

-Margot Friedländer-

Am 11.02.2026 besuchte die Klassenstufe 9 der Neurottgemeinschaftsschule mit insgesamt 43 Schülerinnen und Schülern die KZ-Gedenkstätte Dachau. Die Abfahrt erfolgte um 8:15 Uhr an der Schule. Nach einer längeren Busfahrt erreichte die Gruppe ihr Ziel kurz nach 12:00 Uhr. Bereits bei der Ankunft war die Stimmung spürbar ruhig und nachdenklich. Zu Beginn führten die Geschichtslehrerinnen Frau Breitrück und Frau Schnurbusch-Collet mit einer Einführung in die Geschichte des Konzentrationslagers in das Thema ein. Sie erläuterten die Bedeutung des Ortes und bereiteten die Schülerinnen und Schüler auf den Rundgang vor. Treffpunkt war der Appellplatz – jener Ort, an dem die Häftlinge während der Zeit des Nationalsozialismus zu stundenlangen Zählappellen antreten mussten. Schon hier wurde vielen bewusst, unter welch unmenschlichen Bedingungen die Menschen damals leiden mussten. Im Anschluss erkundeten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen selbstständig das Gelände und die Ausstellungen. Die Eindrücke bewegten viele sehr. Anna Sophie sagte: „Man war nur eine Nummer, kein Mensch.“ Auch Melissa zeigte sich tief betroffen: „Es war so erschreckend und man kann es sich nicht vorstellen, dass sowas dort passiert ist.“

Mithilfe von Audioguides setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit einzelnen Stationen auseinander. Besonders eindrücklich waren die Berichte über das Leben der Häftlinge, die Haftbedingungen sowie die persönlichen Schicksale. Beim Besuch des Konzentrationslagers wurde uns noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie systematisch und grausam die Verbrechen der Nationalsozialisten organisiert waren. Besonders erschütternd war die Besichtigung der Gaskammern. Eluana sagte dazu: „Mich hat am meisten mitgenommen, wie sie die Gaskammer als Brausebad verkauft haben.“ Diese Täuschung zeigt, wie perfide die Nationalsozialisten vorgingen, um Panik zu vermeiden und den Widerstand der Opfer zu brechen. Auch die Informationen aus den Audioguides haben uns tief bewegt. Theresa erklärte: „In den Audioguides wurde gesagt, dass die Leichen nicht mehr verbrannt wurden, weil die Kohle knapp wurde.“ Das macht deutlich, wie selbst die Organisation der Morde von Ressourcenmangel beeinflusst war und wie unmenschlich mit den Opfern umgegangen wurde. Marie ergänzte: „Dass sie die Menschen nach der Gaskammer gestapelt haben war für mich einfach schrecklich.“ Diese Vorstellung war für viele von uns kaum zu ertragen, da sie die völlige Missachtung der Menschenwürde zeigt. Der Besuch der Gedenkstätte war für alle eine wichtige und eindringliche Erfahrung. Er machte deutlich, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und sich für Menschlichkeit, Toleranz und Demokratie einzusetzen. Der Tag in Dachau wird der Klassenstufe 9 sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben, sodass wir das Lebenswerk von Margot Friedländer weitertragen und für die Personen sprechen, die nicht mehr sprechen können.

Jennifer Schnurbusch-Collet